Wer haftet wirklich?
Die Verantwortung für unser Trinkwasser ist ein juristisches Versteckspiel. Der Wasserzähler im Keller markiert dabei eine Grenze, die den Verbraucher schutzlos lässt.
Die „Garantie“ des Versorgers: Ein Blick ins Leere Der Versorger garantiert die Qualität im öffentlichen Netz. Doch das ist ein Taschenspielertrick. Die Hausanschlussleitung – das Rohr von der Straße bis in deinen Keller – liegt unter der Erde.
- Die bittere Wahrheit: An der eigentlichen Übergabestelle (dem Anschluss im Erdreich) kann der Versorger gar nicht messen. Es gibt dort keine Entnahmestelle.
- Das Ergebnis: Die Zuleitung wird zur Blackbox. Was dort an Blei abgegeben wird, taucht in keiner Statistik auf.
Das „Muss“ des Eigentümers: Pflicht ohne Kontrolle Hinter dem Zähler beginnt die Verantwortung des Eigentümers. Er „muss“ für Sicherheit sorgen.
- Die Realität: Dieser Satz ist reines Papierglück. Es gibt für normale Wohnhäuser keine staatliche Kontrollpflicht für Bleirohre.
- Die Konsequenz: Solange kein Mieter auf eigene Kosten ein Labor beauftragt, passiert gar nichts. Ein Eigentümer kann Blei 50 Jahre lang ignorieren – das Gesetz lässt ihn gewähren.
Der Wasserzähler als Haftungs-Schutzwall Der Zähler dient nicht der Sicherheit, sondern dem Abschieben von Schuld. Hast du Blei im Glas, zeigen beide Seiten aufeinander. Da der kritische Punkt unter der Erde unmessbar bleibt, bist du derjenige, der den Beweis führen muss – und das ist fast unmöglich.
