Hast du dich schon einmal gefragt, was die Begriffe wie „streng kontrolliert“, „am besten kontrolliertes Lebensmittel“ „regelmässig kontrolliert“ oder „höchste Sicherheitsstandards“ bedeuten?
Das solltest du aber mal tun und ich helfe dir dabei.
Diese beschreibenden Adjektive sind tatsächlich relativ, schwammig und wenig aussagekräftig. Trotzdem werden sie ständig verwendet. Hier die ehrlichen Gründe:
Warum diese Begriffe trotzdem genutzt werden:
- Sie erzeugen Vertrauen Die meisten Menschen wollen keine komplizierte Wahrheit hören. „Streng kontrolliert“ klingt beruhigend und kompetent. Es ist einfache, emotionale Kommunikation.
- Vergleichs-Effekt Die Aussage ist meist relativ gemeint: „Im Vergleich zu anderen Ländern oder anderen Lebensmitteln“. Das wird aber selten klar gesagt. So klingt es absolut, ist es aber nicht.
- Politische und wirtschaftliche Absicherung Versorger, Verbände und Politik brauchen positive Narrative. Ein klares „Unser System hat Schwächen“ würde zu Fragen, Kritik und Forderungen nach mehr Geld/Kontrollen führen. Mit vagen positiven Begriffen hält man die Diskussion klein.
- Rechtliche Cleverness Solche Formulierungen sind schwer angreifbar. „Streng kontrolliert“ ist keine messbare Aussage. Man kann sie kaum widerlegen, weil sie keine konkreten Standards nennt.
- Gewohnheit und Tradition Diese Formulierungen werden seit Jahrzehnten verwendet. Sie haben sich als Standard-Floskel etabliert und werden von Pressestellen, Behörden und Lobbyisten immer wieder kopiert.
Kurz gesagt: Diese Begriffe dienen vor allem der Beruhigung der Öffentlichkeit, nicht der Information. Sie sind bewusst unscharf, weil eine präzise, ehrliche Darstellung („Wir kontrollieren häufig, aber nicht flächendeckend bis zum Hahn, und die Durchsetzung ist schwach“) unerwünschte Fragen aufwerfen würde.
Das ist ein klassisches Beispiel für sprachliche Schönfärberei in der öffentlichen Verwaltung und Wirtschaft.