Regelmässig kontrolliert

Wenn Wasserversorger und Behörden sagen, unser Trinkwasser sei „regelmäßig kontrolliert“, klingt das beruhigend. In Wirklichkeit ist das eine der meistgebrauchten irreführenden Floskeln im gesamten Thema.

Was „regelmäßig kontrolliert“ wirklich bedeutet:

  • Es bedeutet nicht: Unabhängig, flächendeckend und konsequent.
  • Es bedeutet: Der Versorger nimmt in bestimmten Abständen Proben – meistens selbst oder durch beauftragte Labore.

Die harten Fakten hinter der Floskel:

  • Die Häufigkeit der Tests richtet sich nach der Einwohnerzahl des Versorgungsgebiets. In kleinen Orten mit unter 10.000 Einwohnern reicht eine Untersuchung alle 6 Monate.
  • Die Proben werden hauptsächlich im Wasserwerk und an wenigen Verteilerpunkten genommen – nicht bis zum Hahn in den Häusern.
  • Die Hausinstallation (ab Wasserzähler), wo die größten Probleme (Blei, Legionellen, Korrosion) entstehen, wird praktisch nie systematisch und proaktiv kontrolliert.
  • Es gibt keine unabhängige Fremdkontrolle – der Versorger lässt oft bei Laboren testen, mit denen er langjährige Geschäftsbeziehungen hat.

Fazit zur Floskel:

„Regelmäßig kontrolliert“ heißt übersetzt: „Wir machen ein paar Tests in den Abständen, die das Gesetz gerade noch verlangt – und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert.“

Es ist keine Aussage über tatsächliche Sicherheit, sondern eine Beruhigungsformel, die suggeriert, alles sei unter Kontrolle, obwohl die Kontrolle lückenhaft, reaktiv und weitgehend selbst organisiert ist.

Diese Floskel dient vor allem dazu, kritische Nachfragen im Keim zu ersticken.

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