Ist Leitungswasser für Säuglinge geeignet? Wer die offizielle Trinkwasserqualität unhinterfragt für die Zubereitung von Babynahrung nutzt, geht ein unterschätztes Risiko ein. Die kurze Antwort lautet: Nein! Besonders in Altbauten mit Blei- oder Kupferrohren ist Vorsicht geboten.
Die Gefahr beim Abkochen von belastetem Leitungswasser
Ein weit verbreiteter Irrtum bei Eltern, Ärzten und Hebammen ist die Annahme, dass Abkochen die Sicherheit erhöht. Zwar werden Keime abgetötet, doch Schwermetalle wie Blei und Kupfer verschwinden nicht. Im Gegenteil: Durch das Verdampfen des Wassers steigt die Konzentration der Schadstoffe im verbleibenden Wasser sogar an. Diese trügerische Sicherheit gefährdet die Gesundheit des Kindes massiv.
Schwermetalle und Nitrat:
Risiken für die Säuglingsnahrung Säuglinge reagieren wesentlich empfindlicher auf Schadstoffe als Erwachsene.
- Bleirohre: Auch geringe Mengen schädigen die Gehirnentwicklung.
- Kupferleitungen: Können bei Babys zu frühkindlicher Leberzirrhose führen.
- Nitrat: Besteht die Gefahr der Methämoglobinämie („Blausucht“).
- Enthärtungsanlagen: Erhöhen oft den Natriumgehalt über den für Babys verträglichen Wert.
Warum Wasserfilter für Babys oft ungeeignet sind Viele „haushaltsübliche“ Wasserfilter (Tischfilter) sind für die Aufbereitung von Babywasser ungeeignet. Sie entfernen Schwermetalle oft unzureichend und bergen bei mangelnder Wartung ein hohes Risiko für bakterielle Verkeimung.
Fazit: Sicherheit für den Nachwuchs Verlassen Sie sich nicht blind auf die allgemeine Trinkwasserqualität bis zur Grundstücksgrenze. Die Verantwortung für die „letzten Meter“ der Hausinstallation liegt bei den Bewohnern. Im Zweifel ist spezielles, für Säuglingsnahrung geeignetes abgefülltes Wasser die sicherere Wahl.