Der Verbraucherschutz – zu pauschal

„Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.“ Diesen Satz hören Sie von Verbraucherzentralen, von Politikern, von Journalisten.

Was verschwiegen wird:

  • Die Kontrolle endet an der Wasseruhr.
  • Die Hausinstallation – also die Leitungen in Ihrem Haus – wird nicht regelmäßig kontrolliert.
  • Es gibt keine Pflicht, sie zu überprüfen, es sei denn, es gibt konkrete Anhaltspunkte.
  • Es gibt keine Pflicht, Mieter oder Eigentümer über den Zustand ihrer Leitungen zu informieren.

1. Das „Stagnationswasser“-Paradoxon

Die Kontrollen der Wasserversorger finden unter Idealbedingungen statt – fließendes Wasser direkt im Hauptnetz. Die Realität beim Verbraucher sieht anders aus: Wasser steht oft stundenlang (über Nacht) in den Hausleitungen. In dieser Zeit nimmt das Wasser Stoffe aus den Rohren auf (Blei, Kupfer, Nickel, Legionellen). Der Verbraucherschutz empfiehlt zwar pauschal: „Lassen Sie das Wasser laufen, bis es kalt kommt.“ Aber das verschiebt das Problem und die Kosten (Verschwendung von Trinkwasser) komplett auf den Bürger, anstatt die Ursache zu benennen.

2. Das falsche Sicherheitsgefühl bei der „Eigenverantwortung“

Der Verbraucherschutz betont zwar oft, dass ab der Wasseruhr der Eigentümer (Vermieter) verantwortlich ist. Was er aber verschweigt: Ein Mieter hat absolut keine Handhabe, die Qualität der Rohre selbst zu prüfen. Man sieht den Rohren von außen nicht an, was drinsteckt, und der Mieter darf nicht einfach Wände aufreißen oder Proben im Keller nehmen. Die Pflichten sind rein theoretisch, die Praxis ist ein informationelles Vakuum.

3. Der Fokus auf den „Durchschnitt“ statt auf den Einzelfall

Die Aussagen des Verbraucherschutzes basieren auf statistischen Durchschnittswerten für ganz Deutschland. Pauschale Durchschnittswerte nützen überhaupt nichts, wenn das eigene Zuhause zu den Millionen von Altbauten im Land gehört, in denen das Wasser stundenlang in unkontrollierten Leitungen stagniert. Der Verbraucherschutz wiegt die Menschen so in einer Scheinsicherheit und wälzt das Risiko sowie die Kosten komplett auf den Endverbraucher ab.

​Das ist wie wenn Sie ein Auto kaufen und der Hersteller sagt: „Der Motor ist perfekt.“ Aber niemand sagt Ihnen, dass die Bremsen seit 50 Jahren nicht erneuert wurden und Sie selbst dafür verantwortlich sind.

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