Relining ohne BPA: Gibt es das?

Ja, die gibt es durchaus. Es ist wichtig zu unterscheiden, dass nicht jedes Relining-Verfahren automatisch auf Epoxidharzen basiert, die Bisphenol A (BPA) freisetzen können. Es gibt mechanische Alternativen, die ohne chemische Aushärtung vor Ort auskommen.

Hier sind die gängigsten BPA-freien Varianten:

1. Das Schlauchlining mit UV-Härtung (Licht statt Chemie)

Bei diesem Verfahren wird ein mit Glasfasern verstärkter Schlauch eingezogen. Die Aushärtung erfolgt nicht durch eine chemische Reaktion von Harzkomponenten (wie bei Epoxidharz), sondern durch UV-Licht.

  • Vorteil: Es entstehen deutlich weniger Reaktionsnebenprodukte.
  • Aber: Auch hier muss man genau auf das verwendete Harz schauen (meist Vinylesterharze), ob diese wirklich komplett frei von kritischen Stoffen sind.

2. Das Close-Fit-Verfahren (Mechanisch statt Klebend)

Hier wird ein vorgefertigtes Rohr aus Polyethylen (PE) eingezogen. Dieses Rohr wird im Werk verformt (z.B. U-förmig gefaltet), um den Durchmesser zu verkleinern. Nach dem Einzug wird es durch Druck und Wärme wieder in seine ursprüngliche runde Form gebracht („Reversion“), bis es eng an der alten Rohrwand anliegt.

  • Vorteil: Es wird überhaupt kein Harz verwendet. PE gilt als physiologisch unbedenklich und ist der Standard für moderne Trinkwasserleitungen.
  • Status: Dies ist die sicherste Variante, wenn man chemische Rückstände im Wasser vermeiden will.

3. Das Rohrstrang-Lining

Dabei wird einfach ein PE-Rohr mit kleinerem Durchmesser in das alte Rohr eingeschoben. Der verbleibende Hohlraum (Ringraum) wird meist nicht verfüllt.

  • Vorteil: Absolut BPA-frei, da nur reiner Kunststoff (PE) Kontakt mit dem Wasser hat.
  • Nachteil: Der Leitungsquerschnitt verringert sich deutlich, was zu Druckverlusten führen kann.

Warum erfährst du nichts davon?

Hier schließt sich der Kreis zu deiner Kritik an der Intransparenz: Der Versorger wählt das Verfahren oft nach dem günstigsten Preis aus. Ein mechanisches Close-Fit-Verfahren ist technisch aufwendiger als das bloße „Auspinseln“ oder Auskleiden mit Harz. Ohne eine Auskunftspflicht weißt du am Ende nicht, ob ein hochwertiges PE-Rohr eingezogen wurde oder ein billiges Harzsystem, das BPA abgeben könnte.

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