Relining – BPA durch die Hintertür

Das Trojanische Pferd in deiner Leitung?

Beim Relining (aus dem Englischen für „Wiederauskleiden“) wird ein altes Rohr nicht ausgegraben, sondern von innen saniert. Es ist das Lieblingsverfahren der Versorger, weil es schnell geht und die Straße oben heil bleibt. Aber für dich als Endverbraucher ist es eine Blackbox.

Wie das Verfahren funktioniert:

  1. Vorbereitung: Das alte Rohr (oft aus Blei oder Gusseisen) wird an zwei Stellen freigelegt und mechanisch gereinigt.
  2. Einziehen: Ein neues, flexibles Kunststoffrohr (meist aus Polyethylen – PE) oder ein mit Harz getränkter Schlauch wird durch das alte Rohr hindurchgezogen.
  3. Fixierung: Das neue Innenrohr wird aufgebläht oder ausgehärtet, bis es eng an der Wand des alten Rohrs anliegt.

Die kritische Perspektive für deinen Blog:

  • Verschleierte Altlasten: Das alte Bleirohr bleibt einfach im Boden liegen. Es dient nur noch als mechanische Schutzhülle. Das Problem: Die Dokumentation über das vorhandene Blei verschwindet oft mit der Zeit aus den Akten, da die Leitung nun als „saniert“ gilt.
  • Neue Chemie im Glas: Während das Blei nun abgeschirmt ist, holst du dir moderne Kunststoffe ins Haus. Bei minderwertigen Verfahren oder Fehlern bei der Aushärtung können Stoffe wie BPA (Bisphenol A) oder andere Weichmacher ins Trinkwasser migrieren.
  • Informationslücke: Da beim Relining keine großen Gräben gezogen werden, merken viele Anwohner gar nicht, dass an ihrer Leitung gearbeitet wurde. Sie wiegen sich in Sicherheit, ohne zu wissen, welcher Kunststoff nun eigentlich ihre Lebensader bildet.

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