Warum auch die „große Presse“ beim Trinkwasser schweigt
Wenn das Agentur-Kürzel die Recherche ersetzt
Das Problem geht weit über die kleine Lokalzeitung hinaus. Wir erleben ein Phänomen, das man als „Agentur-Echo“ bezeichnen kann:
1. Die dpa-Falle
Wenn eine Nachricht über einen Keimfund in den Ticker geht, übernehmen überregionale Portale diese oft ungeprüft.
- Wenn in der Agenturmeldung das Wort „Routine“ steht, steht es wenig später in 50 Online-Zeitungen deutschlandweit.
- Niemand in den großen Redaktionen setzt sich mehr hin und prüft: „Moment mal, wird Pseudomonas im öffentlichen Netz überhaupt routinemäßig geprüft?“ – Die Antwort wäre ein klares Nein, aber die Recherche findet nicht statt.
2. Das Sterben der Fachressorts
Früher gab es in jeder großen Redaktion (ob Süddeutsche, FAZ oder Spiegel) Experten für Umweltmedizin oder Infrastruktur. Diese Stellen wurden wegrationalisiert.
- Heute werden solche Themen von Generalisten „mitbetreut“.
- Ein Journalist, der heute über die Rentenreform schreibt, kann morgen nicht die mikrobiologischen Details von Biofilmen in Trinkwasserrohren durchdringen. Er merkt den Dilettantismus der Behörden schlichtweg nicht.
3. Die „Behörden-Hörigkeit“
Große Medienhäuser pflegen oft eine gefährliche Nähe zu offiziellen Institutionen. Man zitiert das Robert Koch-Institut oder das Umweltbundesamt als unfehlbare Instanzen.
- Wenn diese Stellen das Thema Pseudomonas im öffentlichen Netz kleinhalten (weil es eben nicht meldepflichtig ist), dann hinterfragt die nationale Presse das nicht.
- Die „Riesensauerei“, dass lebensgefährliche Keime unter dem Radar fliegen, wird so zum blinden Fleck der gesamten Nation.
Die neue Gegenüberstellung: Das flächendeckende Versagen
Überregionaler Journalismus (Schein)
• Verlässt sich blind auf dpa und offizielle Behörden-Ticker.
• Behandelt Trinkwasser als „Randthema“ ohne Nachrichtenwert.
• Übernimmt die Verharmlosung von Keimen („Abkochen reicht“).
• Archiviert Berichte hinter Paywalls oder löscht sie aus Mediatheken.
Die Realität der Fachrecherche
• Deckt die Lücken in der Trinkwasserverordnung auf.
• Benennt das Schweigekartell bei nicht-meldepflichtigen Keimen.
• Warnt vor physikalischen Fakten (Aerosole), die Experten ignorieren.
• Sichert Beweise dauerhaft, wenn die Presse sie löscht.