„Städtische Seen oft betroffen – Ein Berliner Forschungsteam untersuchte Wasser- und Sedimentproben aus mehreren Gewässern sowie einer Kläranlage. In städtischen Proben fanden sie besonders viele Antibiotikaresistenz-Gene; am stärksten belastet waren Zu- und Abflüsse des Klärwerks. Resistente Keime traten jedoch auch in ländlichen Seen auf.“ Quelle
„Interessant und besorgniserregend ist hingegen der Nachweis von bakteriellen Resistenzgenen in Sedimentproben der Seen im ländlichen Raum“, sagt Prof. Alex Greenwood, Leiter der Abteilung für Wildtierkrankheiten am Leibniz-IZW und Seniorautor der Studie. „Wassernahe Bodenschichten speichern offenbar Belastungen mit antibiotikaresistenten Bakterien und halten diese in der Umwelt vor, auch wenn das Oberflächenwasser keine nachweisbare Belastung (mehr) aufweist.“
Einordnung in den größeren Kontext:
Offizielle Trinkwasser-Tests messen meist nur wenige Indikatorbakterien (z. B. E. coli) und keine Resistenzgene. Die eigentliche „letzte Meile“ und die Umweltbelastung bleiben oft unsichtbar.
Fazit: Wir haben hier kein akutes Katastrophenszenario, aber einen klaren Beleg dafür, dass die Umweltbelastung mit Antibiotikaresistenzen systemisch und persistent ist. Die Kläranlagen und die Landwirtschaft (über Gülle/Dünger) sind Hauptquellen – und die Natur „vergisst“ diese Belastung nicht so schnell.
Das unterstreicht erneut: „Offiziell einwandfrei“ beim Zapfhahn heißt nicht automatisch „langfristig unbedenklich“ für die Umwelt und unsere Gesundheit. Solche Studien sind wichtig, weil sie die blinden Flecken der Routineüberwachung sichtbar machen.