Der Hauswasseranschluss
Die offizielle Lesart besagt, dass der Versorger für die Qualität bis zum Hausanschluss (HWA) haftet. Doch diese Haftung steht auf tönernen Füßen, wenn die Dokumentationspflichten für die Infrastruktur jahrzehntelang vernachlässigt wurden.
Die drei Wissenslücken der Versorger:
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Das Material-Rätsel (Beispiel Blei): In vielen Städten wissen Versorger schlicht nicht, aus welchem Material die Anschlüsse in den Altstadtvierteln bestehen. Wenn nicht dokumentiert ist, ob der HWA aus Blei, Kupfer oder Kunststoff ist, kann auch keine stoffliche Unbedenklichkeit garantiert werden. Man „vermutet“, dass alles getauscht wurde, aber Wissen sieht anders aus.
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Der Zustand der Leitungen: Ein Hausanschluss kann 50 Jahre alt sein. Ohne regelmäßige Inspektion oder Dokumentation des inneren Zustands (Korrosion, Inkrustation) ist die Aussage „Das Wasser ist 1A“ reine Theorie. Das Wasser mag das Wasserwerk sauber verlassen, was es auf dem Weg durch eine unbekannte, marode Leitung aufnimmt, bleibt statistisches Glücksspiel.
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Die fehlende Bestandsaufnahme: Da es keine flächendeckende, digitale und transparente Dokumentationspflicht für jeden einzelnen Meter Hausanschlussleitung gibt, verwalten viele Versorger ein „schwarzes Loch“. Eine Garantie für ein Lebensmittel zu übernehmen, dessen Transportweg man im Detail nicht kennt, widerspricht eigentlich jedem modernen Qualitätsmanagement.
Das strukturelle Defizit: Die rechtliche Garantie dient hier eher als Schutzschild für den Versorger („Wir haben nichts Gegenteiliges dokumentiert, also ist es sicher“), statt als echtes Versprechen an den Verbraucher.