Im Herbst 2025 wurde in Cadolzburg Pseudomonas aeruginosa im Trinkwasser nachgewiesen. Es folgte ein Abkochgebot, intensive Spülungen und monatelange Chlorung. Im Januar 2026 wurde die Chlorung beendet.
In der lokalen Presse erklärte das Rathaus dazu unter anderem: „Gesundheitliche Auffälligkeiten in Arztpraxen wie Lungenentzündungen oder Magen-Darm-Erkrankungen seien nicht bekannt.“
Wer etwas wider besseres Wissen behauptet, lügt. Das Rathaus wusste oder musste wissen, dass Pseudomonas aeruginosa nicht meldepflichtig ist und Ärzte bei normalen Infekten in der Regel nicht gezielt auf diesen Keim testen. Es gab daher gar keine systematische Erfassung möglicher Erkrankungen im Zusammenhang mit dem verunreinigten Trinkwasser.
Warum die Formulierung problematisch ist
Die Formulierung „nichts bekannt“ erweckt den Eindruck einer gründlichen Prüfung, die tatsächlich nicht stattgefunden hat. Sie beruhigt, ohne die bestehenden Überwachungslücken offenzulegen.
Fazit
Die Gemeinde hat aus der Krise in Teilen gelernt – vor allem bei der Überwachung und dem Krisenmanagement. Dennoch bleibt die Kommunikation gegenüber den Bürgern verbesserungswürdig. Bei Themen wie Trinkwassersicherheit sollte Transparenz Vorrang vor reiner Beruhigung haben.
Gerade in Orten mit vielen Baumaßnahmen und älteren Netzen lohnt es sich, wachsam zu bleiben: Wasser ablaufen lassen und bei Unsicherheit eine eigene Wasserprobe machen.