Erreger, die mit Fäkalien ins Wasser gelangen können

Die versteckten Gefährten:

Wenn der Leser liest, dass Enterokokken oder E.coli als Fäkal- oder Darmbaketerien bezeichnet werden, so ist das nur die verdauliche Wahrheit. Doch sie haben noch eine andere Eigenschaft. Es sind sogenannte Indikatorbakterien. Ihr Nachweis zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeit an, dass das Wasser mit Fäkalien verunreinigt wurde. Wo Fäkalien sind, können auch viele andere, teils deutlich gefährlichere Krankheitserreger sein – und zwar aus drei Gruppen:

ErregergruppeKonkrete BeispieleMögliche Krankheiten & Besonderheiten
BakterienSalmonellen, Campylobacter, ShigellenSchwere Durchfallerkrankungen, Typhus, Ruhr. Dies sind die klassischen, bekannten Durchfallerreger, die oft über verunreinigtes Wasser übertragen werden.
VirenNorovirus, Hepatitis-A-Virus, RotavirusAkute Magen-Darm-Infekte mit starkem Erbrechen und Durchfall (Norovirus)  sowie Leberentzündungen (Hepatitis A) . Viren sind extrem ansteckend und schon in geringster Menge infektiös (10-100 Viruspartikel beim Norovirus) .
ParasitenCryptosporidien, GiardienSchwerwiegende und lang anhaltende Durchfallerkrankungen. Die Besonderheit: Ihre Dauerformen sind extrem widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und auch gegen herkömmliche Desinfektionsmittel wie Chlor . Eine einzelne infektiöse Oocyste von Cryptosporidium kann theoretisch eine Infektion auslösen.

⚠️ Der entscheidende Punkt: Enterokokken sind ein einseitiger Indikator

Das Tückische an Indikatorbakterien wie Enterokokken ist, dass sie nur ein positives Signal senden können : Wenn sie da sind, war (oder ist) das Wasser mit Fäkalien verunreinigt, und damit droht die Gefahr durch die oben genannten Erreger.

Das Umgekehrte gilt jedoch nicht: Wenn keine Enterokokken nachgewiesen werden, heißt das nicht, dass keine Viren oder Parasiten im Wasser sind . Sie können im Wasser überleben, selbst wenn die „einfacheren“ Bakterien bereits abgestorben sind oder nicht mehr nachgewiesen werden können .

Gerade bei Parasiten wie Cryptosporidien und Giardien ist das Problem, dass sie durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit eine echte Gefahr darstellen. Sie können in Oberflächengewässern wochen- bis monatelang überleben und werden durch viele herkömmliche Aufbereitungsverfahren nicht sicher entfernt . Ihr Nachweis ist aufwendig und in der Regel nicht Teil der Standard-Trinkwasseruntersuchung . Deswegen wird oft auf andere Indikatoren wie Clostridium perfringens zurückgegriffen, um ein mögliches Vorhandensein von Parasiten zu vermuten .

💡 Fazit: Ein Warnschuss, den man ernst nehmen muss

Die Verunreinigung mit Enterokokken ist ein Alarmzeichen, das auf ein tatsächliches oder zurückliegendes hygienisches Problem im Wassersystem hinweist. Der Grenzwert von „null“ ist daher nicht willkürlich, sondern eine hochrelevante Sicherheitsvorkehrung . Der Hinweis, das Wasser abzukochen, ist die einzige zuverlässige Methode für Sie, sich zu Hause vor all diesen möglichen Erregern – Bakterien, Viren und Parasiten – zu schützen.

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