{"id":822,"date":"2026-08-14T18:27:35","date_gmt":"2026-08-14T18:27:35","guid":{"rendered":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/?p=822"},"modified":"2026-08-14T20:03:02","modified_gmt":"2026-08-14T20:03:02","slug":"wasser-sparen-aber-richtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/trinkwasser-systemisches-versagen\/wasser-sparen-aber-richtig\/","title":{"rendered":"Wasser sparen \u2013 aber richtig 1\/6"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"wp-block-heading\">Warum weniger nicht immer besser ist<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Bitte Wasser sparen.&ldquo;<\/strong> Dieser Satz ist in hei&szlig;en und trockenen Sommern schnell ausgesprochen. Weniger duschen, den Rasen nicht sprengen, das Auto nicht waschen, den Pool nicht f&uuml;llen. Die Botschaft scheint eindeutig: Je weniger Trinkwasser wir verbrauchen, desto besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch so einfach ist es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wasser muss nicht nur <strong>gespart<\/strong>, sondern auch <strong>transportiert, hygienisch einwandfrei gehalten und nach der Nutzung wieder abgef&uuml;hrt<\/strong> werden. Und daf&uuml;r braucht unsere bestehende Infrastruktur Wasserbewegung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt weist selbst darauf hin, dass Wassermenge und Wasserqualit&auml;t zusammen gedacht werden m&uuml;ssen. Es hat sich bereits 2014 ausf&uuml;hrlich mit der Frage besch&auml;ftigt, ob Wassersparen in deutschen Privathaushalten &bdquo;sinnvoll, ausgereizt oder &uuml;bertrieben&ldquo; ist. Dabei beschreibt es genau den Zielkonflikt, &uuml;ber den bei &ouml;ffentlichen Sparaufrufen kaum gesprochen wird: Sinkende Wassernutzung kann &ouml;rtlich sowohl im Trinkwasser- als auch im Abwassernetz Probleme verursachen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wassersparen hat mehr als eine Seite<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer &uuml;ber Wassersparen spricht, sollte mindestens vier Fragen auseinanderhalten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Wie viel Wasser wird aus der Trinkwasserversorgung entnommen?<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bleibt die Trinkwasserhygiene trotz geringerer Entnahme gew&auml;hrleistet?<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Funktionieren Trinkwasser- und Abwassernetze bei den geringeren Durchfl&uuml;ssen noch wie vorgesehen?<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wohin gelangt das Wasser nach seiner Nutzung?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst wenn diese Fragen gemeinsam betrachtet werden, wird aus dem einfachen Appell &bdquo;Wasser sparen&ldquo; eine sachgerechte Verbraucherinformation.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1. Die Verbrauchssicht: In Trockenzeiten m&uuml;ssen Spitzen reduziert werden<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat&uuml;rlich gibt es gute Gr&uuml;nde, mit Trinkwasser sorgsam umzugehen. Besonders in Trockenperioden k&ouml;nnen hohe gleichzeitige Entnahmen die Versorgung belasten. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb unter anderem effizientes Gie&szlig;en, die Nutzung von Regenwasser und eine Reduzierung vermeidbarer Entnahmen. Hinweise der &ouml;rtlichen Wasserversorger sollen insbesondere dazu beitragen, eine stabile Trinkwasserversorgung aufrechtzuerhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist aber noch nicht beantwortet, <strong>wo<\/strong> gespart werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein nicht gef&uuml;llter Swimmingpool ist hygienisch etwas v&ouml;llig anderes als eine Trinkwasserleitung, die &uuml;ber Tage kaum noch benutzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein nicht gewaschenes Auto ist etwas anderes als eine selten genutzte Zapfstelle im Geb&auml;ude.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und 100 Liter weniger Gartenbew&auml;sserung haben f&uuml;r das Wassersystem andere Folgen als 100 Liter weniger Duschwasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Unterschiede verschwinden hinter dem pauschalen Begriff &bdquo;Wasserverbrauch&ldquo;.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2. Die Hygienesicht: Trinkwasser sollte nicht unn&ouml;tig lange stehen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wasser, das am Hausanschluss ankommt, bleibt nicht automatisch unver&auml;ndert, bis es irgendwann aus dem Wasserhahn flie&szlig;t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Hausinstallation z&auml;hlen <strong>Zeit, Temperatur, Leitungsmaterial, Dimensionierung und Nutzung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdr&uuml;cklich, Trinkwasser, das vier Stunden oder l&auml;nger in der Hausinstallation gestanden hat, nicht f&uuml;r Lebensmittelzwecke zu verwenden. Es soll ablaufen, bis frisches, merklich k&uuml;hleres Wasser nachkommt. Das abgelaufene Wasser k&ouml;nne beispielsweise zum Blumengie&szlig;en verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist Stagnationswasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau hier beginnt der Widerspruch f&uuml;r den Verbraucher:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der einen Seite h&ouml;rt er:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Jeden Liter sparen.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der anderen Seite lautet die hygienische Empfehlung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Nach l&auml;ngerer Standzeit Wasser ablaufen lassen.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beides kann gleichzeitig richtig sein. Aber nur dann, wenn erkl&auml;rt wird, <strong>warum<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das UBA weist zudem darauf hin, dass unn&ouml;tig lange Rohrleitungen, nicht durchflossene &bdquo;tote&ldquo; Leitungsstr&auml;nge und wenig genutzte Rohrabschnitte die Trinkwasserqualit&auml;t verschlechtern k&ouml;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer als Verbraucher weder wei&szlig;, was Stagnation ist, noch jemals etwas von Biofilmen und dem notwendigen Wasseraustausch geh&ouml;rt hat, kann diese Zusammenh&auml;nge kaum ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. Die Infrastruktursicht: Auch unter der Stra&szlig;e muss Wasser flie&szlig;en<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem endet nicht an der Grundst&uuml;cksgrenze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Trinkwasser- und Abwassernetze wurden zu Zeiten geplant, in denen von deutlich h&ouml;heren Wassermengen ausgegangen wurde. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass bestehende Versorgungs- und Entsorgungsinfrastrukturen vielerorts f&uuml;r eine gr&ouml;&szlig;ere Trinkwassernutzung dimensioniert wurden als heute tats&auml;chlich stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sinkt die Entnahme, kann das Trinkwasser l&auml;nger im Netz verbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das UBA schreibt dazu ausdr&uuml;cklich:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine geringe Auslastung k&ouml;nne zu langen Aufenthaltszeiten des Trinkwassers im Leitungsnetz f&uuml;hren. Aus hygienischer Sicht solle Stagnation vermieden werden, weil sie die Trinkwasserqualit&auml;t beeintr&auml;chtigen k&ouml;nne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und was geschieht, wenn der normale Verbrauch f&uuml;r ausreichenden Wasseraustausch nicht mehr sorgt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann kann der Wasserversorger Leitungen sp&uuml;len.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei wird ausgerechnet das getan, wozu die Bev&ouml;lkerung gleichzeitig angehalten wird, m&ouml;glichst wenig beizutragen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Trinkwasser wird durch die Leitung geschickt und anschlie&szlig;end verworfen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet nicht, dass die Wassersparma&szlig;nahme des einzelnen Haushalts damit automatisch sinnlos wird. Das w&auml;re eine unzul&auml;ssige Vereinfachung. Sp&uuml;lbedarf h&auml;ngt von der jeweiligen Netzstruktur, Dimensionierung, Nutzung und den &ouml;rtlichen Verh&auml;ltnissen ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es zeigt einen realen Zielkonflikt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt formuliert dazu bemerkenswert deutlich, dass Wasserversorger und Abwasserentsorger kurzfristig gegebenenfalls Leitungen sp&uuml;len m&uuml;ssen, w&auml;hrend mittelfristig Leitungsquerschnitte und Systeme an die ver&auml;nderten Volumenstr&ouml;me angepasst werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit anderen Worten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn die Bev&ouml;lkerung dauerhaft weniger Wasser nutzen soll, muss irgendwann auch die Infrastruktur zu diesem geringeren Verbrauch passen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4. Auch Abwasser braucht Bewegung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weniger Trinkwasserverbrauch bedeutet bei vielen Nutzungen gleichzeitig weniger Abwasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Duschen, Waschen oder Toilettensp&uuml;len gelangt das genutzte Wasser anschlie&szlig;end in die Kanalisation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sinken diese Abwassermengen stark, k&ouml;nnen auch dort Probleme auftreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das UBA beschreibt, dass bei zu langsam flie&szlig;endem oder stagnierendem Abwasser F&auml;ulnis entstehen kann. Damit verbunden seien unter anderem Geruchsbel&auml;stigungen und Korrosionserscheinungen. Kurzfristig k&ouml;nnten deshalb auch Abwasserkan&auml;le gesp&uuml;lt werden m&uuml;ssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier entsteht also ein Paradox:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Verbraucher reduziert seinen Wassergebrauch &ndash; der Betreiber muss m&ouml;glicherweise an anderer Stelle Wasser einsetzen, damit die bestehende Infrastruktur funktioniert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das UBA lehnt daraus allerdings ausdr&uuml;cklich die Schlussfolgerung ab, Verbraucher sollten deshalb einfach mehr Wasser verbrauchen. Fachleute der Wasserver- und Abwasserentsorgung k&ouml;nnten notwendige Sp&uuml;lma&szlig;nahmen gezielter durchf&uuml;hren als Verbraucher durch ungezielte Mehrnutzung. Langfristig m&uuml;sse die Infrastruktur angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein wesentlicher Unterschied.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die L&ouml;sung lautet nicht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Verbraucht wieder mehr.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie lautet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Spart sinnvoll &ndash; und passt die Infrastruktur an.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5. Nicht jedes genutzte Wasser nimmt denselben Weg<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch komplizierter wird die Betrachtung, wenn wir fragen, was nach der Nutzung mit dem Wasser geschieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Duschwasser gelangt in aller Regel &uuml;ber die Kanalisation zur Abwasserbehandlung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Gartenbew&auml;sserung ist der Weg ein anderer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Teil des Wassers wird von Pflanzen aufgenommen und &uuml;ber Verdunstung wieder an die Atmosph&auml;re abgegeben. Ein anderer Teil kann in den Boden versickern. Ob und wie viel davon tats&auml;chlich zur Grundwasserneubildung beitr&auml;gt, h&auml;ngt unter anderem von Boden, Pflanzenbewuchs, Witterung und Standort ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb w&auml;re es falsch zu behaupten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Gartenbew&auml;sserung geht einfach zur&uuml;ck ins Grundwasser.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso verk&uuml;rzt w&auml;re aber die Aussage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Das Wasser ist danach weg.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das UBA betont grunds&auml;tzlich die Bedeutung von Versickerung, Verdunstung und Wasserr&uuml;ckhalt f&uuml;r den lokalen Wasserhaushalt und empfiehlt f&uuml;r die Gartenbew&auml;sserung vorrangig Regenwasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F&uuml;r den Wasserversorger z&auml;hlt in einer angespannten Versorgungslage allerdings zun&auml;chst etwas anderes: Jeder Liter Trinkwasser, der zum Gie&szlig;en aus dem Netz entnommen wird, fehlt in diesem Moment in Beh&auml;ltern, Leitungen und F&ouml;rderkapazit&auml;ten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier k&ouml;nnen also zwei Aussagen gleichzeitig richtig sein:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gartenbew&auml;sserung kann das Trinkwassernetz in einer Verbrauchsspitze belasten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wasser, das auf einer unversiegelten Fl&auml;che verwendet wird, nimmt einen anderen Weg durch den Wasserkreislauf als Wasser, das unmittelbar in die Kanalisation gelangt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">6. Der Verbraucher kennt seine Hausinstallation kaum<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht liegt hier das gr&ouml;&szlig;te Informationsdefizit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Menschen wissen nicht,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>was Stagnationswasser ist,<\/li>\n\n\n\n<li>wie sich Trinkwasser w&auml;hrend langer Standzeiten ver&auml;ndern kann,<\/li>\n\n\n\n<li>was ein Biofilm ist,<\/li>\n\n\n\n<li>warum selten genutzte Leitungen problematisch sein k&ouml;nnen,<\/li>\n\n\n\n<li>warum kaltes Trinkwasser m&ouml;glichst k&uuml;hl bleiben sollte,<\/li>\n\n\n\n<li>oder warum nach l&auml;ngerer Abwesenheit ein ausreichender Wasseraustausch erforderlich ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig liegt gerade dieser Bereich nicht mehr allein in der Hand des Wasserversorgers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt stellt klar, dass die letzten Meter der Wasserleitung im Geb&auml;ude in der Verantwortung der Hauseigent&uuml;mer liegen und dass Planung, Installation und Betrieb f&uuml;r die Trinkwasserqualit&auml;t entscheidend sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer das nicht wei&szlig;, h&ouml;rt beim Wassersparaufruf m&ouml;glicherweise nur:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wasserhahn m&ouml;glichst wenig &ouml;ffnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei m&uuml;sste die eigentliche Botschaft lauten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vermeide unn&ouml;tigen Wasserverbrauch &ndash; aber erhalte den hygienisch notwendigen Wasseraustausch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wassersparen ist keine Mathematikaufgabe mit nur einer Zahl<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt hat schon vor Jahren einen bemerkenswerten Gedanken formuliert: Bei Trinkwasser gehe es weniger um das absolute Sparen als um einen bewussten Konsum unter Ber&uuml;cksichtigung &ouml;kologischer, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte. Au&szlig;erdem unterscheidet das UBA selbst zwischen &bdquo;Wasser verbrauchen&ldquo; und &bdquo;Wasser gebrauchen&ldquo;, weil Wasser nach seiner Nutzung nicht einfach verschwindet, sondern in den Wasserkreislauf zur&uuml;ckkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau das fehlt in vielen heutigen Sparappellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aussage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Bitte Wasser sparen&ldquo;<\/strong> ist nicht falsch. Aber sie ist unvollst&auml;ndig. Eine ehrliche Verbraucherkommunikation m&uuml;sste zus&auml;tzlich erkl&auml;ren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Wo soll besonders gespart werden?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Wo darf Sparen nicht zulasten der Trinkwasserhygiene gehen?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Welche Folgen hat ein dauerhaft geringerer Verbrauch f&uuml;r Trinkwasser- und Abwassernetze?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Und was geschieht mit dem Wasser nach seiner Nutzung?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst dann kann der Verbraucher eine informierte Entscheidung treffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wassersparen bleibt wichtig &ndash; insbesondere dort, wo hohe Spitzenentnahmen eine &ouml;rtlich angespannte Versorgung zus&auml;tzlich belasten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch <strong>&bdquo;weniger ist immer besser&ldquo;<\/strong> ist kein tragf&auml;higes Prinzip f&uuml;r ein komplexes Wassersystem.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Trinkwasser muss gesch&uuml;tzt werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Trinkwasser muss flie&szlig;en.<\/li>\n\n\n\n<li>Abwasser muss transportiert werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Hausinstallationen m&uuml;ssen hygienisch betrieben werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Und Infrastruktur muss sich langfristig an ver&auml;nderte Verbrauchsmengen anpassen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bessere Ziel lautet deshalb nicht:<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>So wenig Wasser wie m&ouml;glich.<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sondern:<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>So wenig wie sinnvoll &ndash; und so viel wie notwendig.<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Quellen und weiterf&uuml;hrende Informationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt: &bdquo;Wassersparen: sinnvoll, ausgereizt oder &uuml;bertrieben?&ldquo;<\/strong><br>Das UBA beschreibt hier ausdr&uuml;cklich m&ouml;gliche Stagnation im Trinkwassernetz, Faulgase im Abwassernetz sowie notwendige Sp&uuml;lungen und langfristige Netzanpassungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt: &bdquo;Wassersparen in Privathaushalten: sinnvoll, ausgereizt, &uuml;bertrieben?&ldquo;<\/strong><br>Ausf&uuml;hrliches Hintergrundpapier zu Wasserressourcen, Verbrauch, Hygiene, Infrastruktur, Energie und Kosten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt: &bdquo;Trinkwasser-Installation: Auf die letzten Meter kommt es an&ldquo;<\/strong><br>Informationen zu Stagnationswasser und zur Nutzung von frischem, k&uuml;hlem Trinkwasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt: &bdquo;Trinkwasser aus der Leitung: nachhaltig, gesund, g&uuml;nstig&ldquo;<\/strong><br>Aktuelle Verbraucherhinweise, unter anderem zur Vier-Stunden-Regel und zur Verantwortung f&uuml;r die Hausinstallation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt: &bdquo;Trinkwasser verteilen&ldquo;<\/strong><br>Hinweise zu wenig genutzten und nicht durchflossenen Leitungsabschnitten sowie zur Bedeutung von Planung und Betrieb der Hausinstallation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt: &bdquo;Wassersparen im Alltag&ldquo;<\/strong><br>Hinweise zum sorgsamen Umgang mit Wasser und der ausdr&uuml;ckliche Hinweis, dass Wassermenge und Wasserqualit&auml;t gemeinsam betrachtet werden m&uuml;ssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt: &bdquo;Tipps f&uuml;r eine nachhaltige Regenwassernutzung&ldquo; und &bdquo;Regenwasserbewirtschaftung&ldquo;<\/strong><br>Informationen zu Bew&auml;sserung, Versickerung, Verdunstung und lokalem Wasserr&uuml;ckhalt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasser sparen ist sinnvoll \u2013 aber nicht \u00fcberall. 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