{"id":818,"date":"2026-08-14T18:20:28","date_gmt":"2026-08-14T18:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/?p=818"},"modified":"2026-08-14T20:36:13","modified_gmt":"2026-08-14T20:36:13","slug":"zustaendigkeitsgrenze-ist-nicht-kommunikationsgrenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/system-check-behoerden-recht\/zustaendigkeitsgrenze-ist-nicht-kommunikationsgrenze\/","title":{"rendered":"Die perfekte Wasserwarnung gibt es nicht."},"content":{"rendered":"<h4 class=\"wp-block-heading\">Was Wasserversorger sagen m&uuml;ssen &ndash; und was gute Risikokommunikation zus&auml;tzlich leisten sollte<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer ist eigentlich daf&uuml;r verantwortlich, dass das Trinkwasser, das bei uns aus dem Wasserhahn kommt, hygienisch einwandfrei bleibt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort ist zun&auml;chst relativ einfach: Der &ouml;ffentliche Wasserversorger ist nicht f&uuml;r alles verantwortlich, was mit unserem Trinkwasser geschieht. Die letzten Meter der Wasserleitung liegen, wie auch das Umweltbundesamt ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rt, nicht mehr in der Verantwortung des Wasserversorgers, sondern in der Verantwortung des Hauseigent&uuml;mers. Gerade dort k&ouml;nnen aber beispielsweise Blei, andere Werkstoffe oder mikrobiologische Probleme eine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch daraus ergibt sich eine zweite, viel interessantere Frage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Endet dort, wo die Zust&auml;ndigkeit des Wasserversorgers endet, automatisch auch seine sinnvolle Kommunikation mit dem Verbraucher?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich meine: Nein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn wir m&uuml;ssen zwischen drei v&ouml;llig verschiedenen Dingen unterscheiden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pflichtkommunikation, Risikokommunikation und verbraucherorientierte Aufkl&auml;rung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1. Pflichtkommunikation: Was der Wasserversorger sagen MUSS<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier geht es nicht um guten Willen oder besondere Verbraucherfreundlichkeit, sondern um gesetzliche Vorgaben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&sect; 45 Trinkwasserverordnung verpflichtet Betreiber zentraler Wasserversorgungsanlagen beispielsweise dazu, den betroffenen Anschlussnehmern mindestens j&auml;hrlich geeignetes und leicht verst&auml;ndliches Informationsmaterial &uuml;ber die Beschaffenheit des Trinkwassers zu &uuml;bermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommen weitere Informationspflichten. Verbraucher k&ouml;nnen unter anderem Einzelergebnisse von Trinkwasseruntersuchungen verlangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&sect; 46 TrinkwV geht noch weiter. Danach m&uuml;ssen bestimmte Informationen &uuml;ber eine Internetseite <strong>&bdquo;in benutzerfreundlicher und verbrauchergerechter Weise&ldquo;<\/strong> zur Verf&uuml;gung gestellt werden. Dazu geh&ouml;ren aktuelle und repr&auml;sentative Untersuchungsergebnisse und weitere Angaben zur Wasserversorgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist die erste Ebene:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Wasserversorger MUSS informieren, weil das Gesetz es verlangt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2. Bei einer konkreten Gefahr wird aus Information Risikokommunikation<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders interessant wird es, wenn tats&auml;chlich ein gesundheitliches Risiko besteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&sect; 52 TrinkwV sieht bei entsprechenden beh&ouml;rdlichen Ma&szlig;nahmen nicht nur vor, dass betroffene Verbraucher &uuml;ber das Risiko, seine Ursachen und die getroffenen Ma&szlig;nahmen informiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Betreiber muss den Verbrauchern auch die aufgrund der Ma&szlig;nahmen notwendigen <strong>Ratschl&auml;ge zum Trinkwasserkonsum und zur Trinkwasserverwendung<\/strong> geben. Die Verordnung nennt dabei sogar ausdr&uuml;cklich die Vermeidung des Konsums von Stagnationswasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zeigt einen wichtigen Unterschied:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eine Analysezahl mitzuteilen ist Information.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zu erkl&auml;ren, was ein Risiko f&uuml;r den Menschen bedeutet und wie er sich verhalten sollte, ist Risikokommunikation.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beides ist nicht dasselbe.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. Und dann gibt es Situationen ohne konkrete gesetzliche Warnpflicht<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir einen Wassersparaufruf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wasserressourcen werden knapp. Der Versorger bittet die Bev&ouml;lkerung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch so weit wie m&ouml;glich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht hei&szlig;t es sogar:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jeder eingesparte Liter hilft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Botschaft soll ganz bewusst das Verhalten der Verbraucher ver&auml;ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sollen weniger Wasser benutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber was passiert, wenn ein besonders gewissenhafter Verbraucher daraus schlie&szlig;t:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dann lasse ich morgens eben auch kein Wasser mehr ablaufen, obwohl es die ganze Nacht in meiner Leitung gestanden hat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt betreten wir einen Bereich, f&uuml;r dessen hygienischen Betrieb der &ouml;ffentliche Wasserversorger gerade nicht verantwortlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hausinstallation geh&ouml;rt grunds&auml;tzlich in einen anderen Verantwortungsbereich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k&ouml;nnte deshalb sagen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Nicht unser Problem.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juristisch mag die Zust&auml;ndigkeitsgrenze eindeutig sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommunikativ ist die Sache komplizierter.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wer Verhalten beeinflussen will, sollte vorhersehbare Missverst&auml;ndnisse bedenken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn der Wasserversorger m&ouml;chte mit seinem Sparaufruf ausdr&uuml;cklich erreichen, dass Menschen <strong>innerhalb ihrer H&auml;user ihr Verhalten &auml;ndern<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wirkt seine Kommunikation &uuml;ber seine eigentliche technische Zust&auml;ndigkeitsgrenze hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier beginnt f&uuml;r mich gute Risikokommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie bedeutet nicht, dass der Wasserversorger pl&ouml;tzlich die Verantwortung f&uuml;r s&auml;mtliche Hausinstallationen &uuml;bernehmen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie bedeutet auch nicht, dass er kontrollieren m&uuml;sste, ob jemand sein G&auml;ste-WC regelm&auml;&szlig;ig benutzt oder nach dem Urlaub seine Leitungen richtig sp&uuml;lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w&uuml;rde bereits ein einziger Hinweis gen&uuml;gen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Die Aufforderung zum Wassersparen bezieht sich auf vermeidbaren Wasserverbrauch. Empfehlungen zum hygienisch notwendigen Wasserwechsel in der Trinkwasserinstallation bleiben davon unber&uuml;hrt.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder noch einfacher:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&bdquo;Sparen Sie Trinkwasser dort, wo der Verbrauch vermeidbar ist &ndash; nicht dort, wo Wasserwechsel aus hygienischen Gr&uuml;nden erforderlich ist.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist keine &Uuml;bernahme fremder Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist die Einordnung der eigenen Botschaft.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Umweltbundesamt macht die Zust&auml;ndigkeitsgrenze selbst deutlich<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Umweltbundesamt weist Verbraucher darauf hin, dass die letzten Meter der Wasserleitung nicht mehr in der Verantwortung des Wasserversorgers liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig gibt es Verbrauchern Empfehlungen f&uuml;r den Umgang mit dem Trinkwasser innerhalb des Hauses.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau daran sieht man:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Man kann &uuml;ber ein Risiko informieren, ohne f&uuml;r dessen gesamten Verantwortungsbereich zust&auml;ndig zu sein.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Information und Zust&auml;ndigkeit sind zwei unterschiedliche Dinge.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Die dritte Ebene: verbraucherorientierte Aufkl&auml;rung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann gibt es noch Informationen, die vielleicht weder aufgrund einer konkreten Gefahr vorgeschrieben noch zur unmittelbaren Erl&auml;uterung einer Warnung zwingend erforderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Wasserversorger k&ouml;nnte beispielsweise regelm&auml;&szlig;ig erkl&auml;ren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum sollte Stagnationswasser nicht zum Trinken verwendet werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sollte nach l&auml;ngerer Abwesenheit beachtet werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum kann die Wasserqualit&auml;t im Geb&auml;ude eine andere sein als am &Uuml;bergabepunkt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer ist f&uuml;r die Hausinstallation verantwortlich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo erhalten Verbraucher verl&auml;ssliche weiterf&uuml;hrende Informationen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wasserversorger verf&uuml;gt &uuml;ber etwas, das ein einzelner Hauseigent&uuml;mer kaum besitzt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Reichweite.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er erreicht &uuml;ber seine Website, Rechnungen, Pressemitteilungen, soziale Medien und Warnmeldungen gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Reichweite k&ouml;nnte f&uuml;r Verbraucheraufkl&auml;rung genutzt werden, auch wenn das behandelte Problem teilweise au&szlig;erhalb seiner unmittelbaren Zust&auml;ndigkeit liegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das w&auml;re dann nicht automatisch eine gesetzliche Verpflichtung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w&auml;re <strong>verbraucherorientierte Kommunikation<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Drei Fragen helfen bei der Beurteilung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich k&uuml;nftig eine Mitteilung eines Wasserversorgers lese, w&uuml;rde ich deshalb drei unterschiedliche Fragen stellen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was MUSS er mitteilen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier geht es um gesetzliche Informations-, Warn- und Unterrichtungspflichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das ist Pflichtkommunikation.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was SOLLTE er mitteilen, damit seine eigene Botschaft richtig verstanden wird?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier geht es darum, Risiken verst&auml;ndlich einzuordnen und vorhersehbare Fehlinterpretationen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das ist gute Risikokommunikation.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was K&Ouml;NNTE er zus&auml;tzlich mitteilen, weil er &uuml;ber die notwendige Reichweite verf&uuml;gt?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier geht es um Wissen, das Verbrauchern hilft, mit ihrem Trinkwasser verantwortungsvoll umzugehen, obwohl die konkrete Angelegenheit m&ouml;glicherweise au&szlig;erhalb des unmittelbaren Verantwortungsbereichs des Versorgers liegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das ist verbraucherorientierte Aufkl&auml;rung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ein &bdquo;Sollte&ldquo; ist kein &bdquo;Muss&ldquo;<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Unterscheidung ist wichtig. Denn wenn wir von einem Wasserversorger etwas verlangen, das gesetzlich gar nicht vorgeschrieben ist, kann er zu Recht darauf hinweisen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dazu sind wir nicht verpflichtet.<\/strong> Das beendet aber nicht die Diskussion dar&uuml;ber, ob eine Information <strong>fachlich sinnvoll, zur Risikokommunikation erforderlich oder im Interesse der Verbraucher w&uuml;nschenswert w&auml;re.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein fehlendes gesetzliches &bdquo;Muss&ldquo; bedeutet schlie&szlig;lich nicht automatisch: <strong>&bdquo;Dar&uuml;ber sollte man besser schweigen.&ldquo;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Trinkwasserverordnung selbst denkt inzwischen risikobasiert<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die heutige Trinkwasserverordnung verfolgt ausdr&uuml;cklich einen risikobasierten Ansatz. Das Umweltbundesamt beschreibt diesen als pr&auml;ventive Betrachtung der Wasserversorgungskette von der Gewinnung und Aufbereitung &uuml;ber Speicherung und Verteilung bis zur Trinkwasserentnahme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Water-Safety-Plan-Konzept soll Risiken und Schwachstellen fr&uuml;hzeitig erkennen und das Verst&auml;ndnis der Wasserversorgung verbessern. Das Umweltbundesamt weist ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass Risikomanagement auch die Kommunikation zwischen den Beteiligten verbessert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das passt zu einer modernen Verbraucherkommunikation:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nicht erst kommunizieren, wenn eine Vorschrift einen bestimmten Satz zwingend verlangt, sondern &uuml;berlegen, welche Information Menschen ben&ouml;tigen, um ein Risiko richtig einzuordnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zust&auml;ndigkeitsgrenze ist nicht Kommunikationsgrenze<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist das die entscheidende Erkenntnis. Ein Wasserversorger kann vollkommen zu Recht sagen: <strong>&bdquo;F&uuml;r den hygienischen Betrieb Ihrer privaten Trinkwasserinstallation bin ich nicht verantwortlich.&ldquo;<\/strong> Aber wenn derselbe Wasserversorger sagt: <strong>&bdquo;Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch so weit wie m&ouml;glich&ldquo;<\/strong>, m&ouml;chte er ausdr&uuml;cklich das Verhalten der Menschen genau dort beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann sollte gute Risikokommunikation auch erkl&auml;ren, wo die Sparbotschaft ihre Grenze hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht, weil der Wasserversorger pl&ouml;tzlich f&uuml;r die Leitungen im Haus verantwortlich w&auml;re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sondern weil eine Information erst dann wirklich gut ist, wenn der Empf&auml;nger wei&szlig;, <strong>was sie f&uuml;r ihn bedeutet &ndash; und was sie gerade nicht bedeutet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zust&auml;ndigkeitsgrenze ist deshalb nicht automatisch Kommunikationsgrenze.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Trinkwasserverordnung &sect; 45:<\/strong> regelm&auml;&szlig;ige Information der Anschlussnehmer und Verbraucher.<br><a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/trinkwv_2023\/__45.html?utm_source=chatgpt.com\">&sect; 45 TrinkwV &ndash; Gesetze im Internet<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Trinkwasserverordnung &sect; 46:<\/strong> benutzerfreundliche und verbrauchergerechte internetbasierte Verbraucherinformation.<br><a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/trinkwv_2023\/__46.html?utm_source=chatgpt.com\">&sect; 46 TrinkwV &ndash; Gesetze im Internet<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Trinkwasserverordnung &sect;&sect; 52 und 67:<\/strong> Information und Verhaltensempfehlungen bei gesundheitlich relevanten Ereignissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt:<\/strong> Hinweise zur Trinkwasserqualit&auml;t und zur Verantwortungsgrenze bei den letzten Metern der Trinkwasserinstallation.<br><a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/umwelttipps-fuer-den-alltag\/trinkwasser-aus-der-leitung-nachhaltig-gesund?utm_source=chatgpt.com\">UBA &ndash; Trinkwasser aus der Leitung<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Umweltbundesamt:<\/strong> risikobasierter Trinkwasserschutz und Water-Safety-Plan-Konzept.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was muss ein Wasserversorger mitteilen \u2013 und was w\u00e4re lediglich w\u00fcnschenswert? Zwischen gesetzlicher Informationspflicht und freiwilliger Verbraucheraufkl\u00e4rung liegt ein wichtiger Bereich: Risikokommunikation. Besonders deutlich wird das bei Wassersparaufrufen. Der Versorger ist f\u00fcr die private Hausinstallation nicht verantwortlich, beeinflusst mit seiner Sparbotschaft aber das Verhalten der Menschen darin.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,206],"tags":[306,367,158,1153,271,68,138,809,31,89,873,1005,71,1102,74,1103,14,348],"class_list":["post-818","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-system-check-behoerden-recht","category-trinkwasser-systemisches-versagen","tag-hausinstallation","tag-informationspflicht","tag-risikokommunikation","tag-risikomanagement","tag-stagnationswasser","tag-trinkwasser","tag-trinkwasserhygiene","tag-trinkwasserinstallation","tag-trinkwasserverordnung","tag-umweltbundesamt","tag-verbraucheraufklaerung","tag-verbraucherinformation","tag-verbraucherschutz","tag-wasserknappheit","tag-wasserqualitaet","tag-wassersparen","tag-wasserversorger","tag-wasserversorgung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=818"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":841,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818\/revisions\/841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}