{"id":428,"date":"2026-06-07T17:59:32","date_gmt":"2026-06-07T17:59:32","guid":{"rendered":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/?p=428"},"modified":"2026-06-07T18:03:25","modified_gmt":"2026-06-07T18:03:25","slug":"der-fokus-auf-die-vergessene-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/blei-trinkwasser-dossier\/der-fokus-auf-die-vergessene-gefahr\/","title":{"rendered":"Der Fokus auf die vergessene Gefahr"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"wp-block-heading\">Gefahr im Kupferrohr: Die untersch&auml;tzte Blei-Falle der 1960er und 70er Jahre<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Diskussion &uuml;ber Blei im Trinkwasser denken die meisten Menschen sofort an historische Altbauten mit knarzenden Dielen und hohen Decken. Dass es sich hierbei keineswegs um ein reines Gr&uuml;nderzeit-Problem handelt, zeigt ein Blick auf die j&uuml;ngere Baugeschichte. Auch Wohnbl&ouml;cke und Einfamilienh&auml;user, die bis weit in die Mitte der 1980er-Jahre hinein errichtet wurden, bergen ein oft v&ouml;llig untersch&auml;tztes Risiko.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Epoche kamen zwar zunehmend moderne Kupferrohre zum Einsatz, doch die Verbindungstechnik war t&uuml;ckisch. Um die einzelnen Rohre miteinander zu verbinden, nutzten Handwerker noch bis ins Jahr 1986 standardm&auml;&szlig;ig bleihaltiges Weichlot, bevor dieses f&uuml;r Trinkwasserleitungen offiziell untersagt wurde. Das bedeutet im Umkehrschluss: An jeder einzelnen L&ouml;tstelle in H&auml;usern dieser Baujahre befindet sich reines Blei in direktem Kontakt mit dem Trinkwasser. Besonders gef&auml;hrlich wird es, wenn das Wasser &uuml;ber mehrere Stunden in den Leitungen stagniert &ndash; etwa &uuml;ber Nacht oder w&auml;hrend der Arbeitszeit. In diesen Ruhephasen l&ouml;sen sich die Schwermetallionen aus den Verbindungsst&uuml;cken und reichern das Wasser im Rohr massiv an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Ph&auml;nomen erzeugt eine gef&auml;hrliche Wissensl&uuml;cke. W&auml;hrend Bewohner von echten Altbauten zumindest sensibilisiert sind, wiegen sich Mieter und Eigent&uuml;mer von Immobilien aus den 70er- und fr&uuml;hen 80er-Jahren in absoluter Sicherheit. Die fortschreitende Korrosion der alten L&ouml;tstellen verst&auml;rkt das Problem mit jedem Jahr, das vergeht. Es ist an der Zeit, das Bewusstsein daf&uuml;r zu sch&auml;rfen, dass die Gefahr nicht erst im Keller der Jahrhundertwende beginnt, sondern auch in den vermeintlich modernen Installationen unserer j&uuml;ngeren Nachkriegsgeschichte steckt.Um die einzelnen Kupferrohre miteinander zu verbinden, nutzten Handwerker noch bis zum <strong>Januar 1990<\/strong> standardm&auml;&szlig;ig bleihaltiges Weichlot, bevor dieses durch die &Uuml;berarbeitung des <strong>DVGW-Arbeitsblattes GW 2<\/strong> f&uuml;r Trinkwasserleitungen offiziell verboten wurde. Das bedeutet im Umkehrschluss: An jeder einzelnen L&ouml;tstelle in H&auml;usern der 1970er- und 1980er-Jahre befindet sich unter Umst&auml;nden reines Blei in direktem Kontakt mit dem Trinkwasser.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer glaubt, dass Bleivergiftungen nur ein Problem von romantischen Altbauten aus der Kaiserzeit sind, irrt gewaltig. Bis weit in die 1970er-Jahre hinein wurde beim Verlegen von Kupferrohren standardm\u00e4\u00dfig bleihaltiges Lot verwendet. Erst 1973 wurde diese Praxis verboten. Das bedeutet: Auch in den vermeintlich modernen Wohnbl\u00f6cken und Einfamilienh\u00e4usern der Nachkriegsgenerationen lauert das Schwermetall genau dort, wo das Wasser stagniert \u2013 an den L\u00f6tstellen. Warum gerade diese Baujahre eine gef\u00e4hrliche Wissensl\u00fccke bergen und warum das Alter der Rohre die Korrosion sogar noch beschleunigt.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":431,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,603],"tags":[397,662,661,663,395,11],"class_list":["post-428","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blei-trinkwasser-dossier","category-trinkwasserinstallation","tag-bleiverbot","tag-dvgw-empfehlung","tag-eigentuemerpflichten","tag-hausverwaltung","tag-sanierungspflicht","tag-trinkwasserverordnung-2026"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=428"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":430,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/428\/revisions\/430"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}