{"id":278,"date":"2026-05-23T11:23:54","date_gmt":"2026-05-23T11:23:54","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.trinkwasserinfo.eu\/?p=278"},"modified":"2026-05-23T11:23:56","modified_gmt":"2026-05-23T11:23:56","slug":"der-meeresschaumindikator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/medien-echo-wasser-presse\/der-meeresschaumindikator\/","title":{"rendered":"Der Meeresschaumindikator"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hoch belasteter Meeresschaum an Nord- und Ostsee<\/strong><strong><strong>&nbsp;<\/strong>&nbsp;(3.2.25) Tagesschau.de<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>An der deutschen K&uuml;ste gibt es hohe PFAS-Konzentrationen &ndash; das haben Messungen von Greenpeace ergeben, die dem&nbsp;<em>SWR<\/em>&nbsp;vorliegen. Kontakt mit Meeresschaum solle man vermeiden. Nachbarl&auml;nder warnen schon.<\/strong><br>Von Nick Schader, SWR<br>Wer an Str&auml;nden der Nord- oder Ostsee spazieren geht, sieht sie: Schaumberge, die sich vor allem dort bilden, wo die Wellen auf den Strand treffen. H&auml;ufig sieht man Kinder damit spielen oder Hunde darin herumtollen.<br>Das k&ouml;nnte sich &auml;ndern. Grund sind hohe Gehalte an sogenannten PFAS im Meeresschaum. Diese Chemikaliengruppe aus toxischen Fluorverbindungen gilt als hochproblematisch. Denn zum einen stehen zahlreiche PFAS-Verbindungen im Verdacht, krebserregend zu sein. Gleichzeitig werden PFAS in der Umwelt und auch im menschlichen Organismus praktisch nicht abgebaut, reichern sich also immer weiter an. Man findet PFAS heute in menschlichen Blutproben fast &uuml;berall auf der Welt.<br>PFAS-Messungen mit alarmierenden ErgebnissenK&uuml;rzlich sorgten Messungen in D&auml;nemark und den Niederlanden bereits f&uuml;r Alarm, als dort sehr hohe PFAS-Konzentrationen im Meeresschaum entdeckt wurden. Die Umweltorganisation Greenpeace f&uuml;hrte in den vergangenen Wochen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/publikationen\/PFAS_Meeresschaum_Bericht.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">solche Messungen erstmals auch an der deutschen K&uuml;ste durch<\/a>. Die Ergebnisse liegen dem&nbsp;<em>SWR<\/em>&nbsp;exklusiv vorab vor. Gemessen wurde an mehreren bekannten Badeorten, unter anderem auf den Inseln Sylt und Norderney oder an der Ostsee bei Boltenhagen und K&uuml;hlungsborn.<br>Die nach wissenschaftlichen Vorgaben durchgef&uuml;hrten Analysen decken sich mit den Ergebnissen der Nachbarl&auml;nder. Auch an den deutschen K&uuml;sten wurden jetzt im Meeresschaum PFAS-Konzentrationen von bis zu 160.000 Nanogramm pro Liter gefunden. Zum Vergleich: Der d&auml;nische Grenzwert f&uuml;r Badegew&auml;sser liegt bei 40 Nanogramm. Der deutsche Meeresschaum lag demnach fast 4000-fach dar&uuml;ber.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Keine deutschen Grenzwerte<\/strong><br>An fast allen gemessenen Orten fanden die Greenpeace-Wissenschaftler PFAS-Konzentrationen von mehreren 10.000 Nanogramm pro Liter. Am h&ouml;chsten waren die Messergebnisse im Ostseebad K&uuml;hlungsborn (160.000 ng\/l), gefolgt von Sylt (96.000) und Sankt Peter Ording (58.000). Auch in Boltenhagen an der Ostsee und Norderney an der Nordsee lagen die PFAS-Gehalte deutlich &uuml;ber 10.000 ng\/l, so Greenpeace in seinem Bericht. Bei den vorangegangenen d&auml;nischen und niederl&auml;ndischen Messungen lagen die Werte auf vergleichbarem Niveau.<br>Deutsche Grenzwerte f&uuml;r PFAS in Meeresschaum oder Badewasser gibt es nicht. W&uuml;rde man stattdessen die neue Trinkwasserverordnung zu Grunde legen, sind dort maximal 100 Nanogramm pro Liter erlaubt. In D&auml;nemark und den Niederlanden warnen Beh&ouml;rden die Strandbesucher an einigen Orten seit Kurzem vor dem Kontakt mit Meeresschaum. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich PFAS im Meeresschaum aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaften besonders stark anreichern. Im Meerwasser selbst lagen die Konzentrationen um ein Vielfaches niedriger als im Schaum.&nbsp;&nbsp;<strong>(Genau mein Thema: Was nicht gesucht wird, kann nicht gefunden werden.)<\/strong><br><br>Kontakt mit Meeresschaum vermeiden?<br>Greenpeace-Deutschland warnt aufgrund der neuen Ergebnisse: &bdquo;PFAS im Meeresschaum am Strand erh&ouml;hen die Exposition des Menschen gegen&uuml;ber diesen giftigen Chemikalien, da der Schaum direkt mit der Haut in Ber&uuml;hrung kommen, als Aerosol eingeatmet oder sogar versehentlich verschluckt werden kann, insbesondere von Kindern, die mit dem Schaum spielen&ldquo;, so der Untersuchungsleiter Julios Kontchou gegen&uuml;ber dem&nbsp;<em>SWR<\/em>. &bdquo;Strandbesucher sollten den Kontakt mit Meeresschaum vermeiden und darauf achten, dass Kinder und Haustiere nicht mit ihm in Ber&uuml;hrung kommen.&ldquo;<br><br><strong>Die Groteske der fehlenden Grenzwerte<\/strong> In Deutschland gibt es f&uuml;r Meeresschaum schlicht <strong>keine Grenzwerte<\/strong>. Das f&uuml;hrt zu einer absurden Situation:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>In D&auml;nemark<\/strong> gilt f&uuml;r Badegew&auml;sser ein Limit von <strong>40 Nanogramm<\/strong> pro Liter.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>In K&uuml;hlungsborn<\/strong> wurden im Schaum <strong>160.000 Nanogramm<\/strong> gemessen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juristisch gesehen gibt es in Deutschland keine &bdquo;&Uuml;berschreitung&ldquo;, weil der Gesetzgeber gar keine Obergrenze definiert hat. Aber biologisch und gesundheitlich ist dieser Wert eine Katastrophe. Werden wir nur deshalb nicht gewarnt, weil es kein offizielles Formular f&uuml;r diesen Wahnsinn gibt?<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>Keine Entwarnung \u2013 nur Schweigen<\/strong> Aktuelle Berichte best\u00e4tigen: Die Belastung bleibt hoch. W\u00e4hrend unsere Nachbarn in den Niederlanden und D\u00e4nemark proaktiv warnen, verlassen sich deutsche Beh\u00f6rden auf das rechtliche Vakuum. Doch PFAS verschwinden nicht, nur weil man keine Obergrenze festlegt. Sie reichern sich an \u2013 in der Umwelt und in unseren K\u00f6rpern.<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mein Fazit:<\/strong> Das ist wieder mein Kernthema: <strong>Was nicht gesucht wird, kann nicht gefunden werden.<\/strong> Und was rechtlich nicht begrenzt ist, &bdquo;existiert&ldquo; f&uuml;r die Beh&ouml;rden offiziell nicht. Als B&uuml;rger und Tierbesitzer m&uuml;ssen wir dieses Schweigen als das erkennen, was es ist: Ein systemisches Versagen beim Gesundheitsschutz. Meiden Sie den Schaum, auch wenn kein Verbotsschild dort steht.<br><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An deutschen K\u00fcsten tickt eine unsichtbare Chemie-Zeitbombe: Meeresschaum an Nord- und Ostsee weist PFAS-Konzentrationen auf, die den d\u00e4nischen Grenzwert um das 4000-fache \u00fcbersteigen. W\u00e4hrend Nachbarl\u00e4nder bereits warnen, fehlen in Deutschland Grenzwerte und damit die offizielle Aufkl\u00e4rung. Erfahren Sie, warum der Schaum besonders f\u00fcr Kinder und Haustiere gef\u00e4hrlich ist und warum es aktuell keine Entwarnung gibt.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,5],"tags":[520,142,533,538,534,537,531,530,532,321,536,535,31,539],"class_list":["post-278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-system-check-behoerden-recht","category-medien-echo-wasser-presse","tag-ewigkeitschemikalien","tag-gesundheitsschutz","tag-greenpeace","tag-hunde-am-strand","tag-kinder","tag-kuehlungsborn","tag-meeresschaum","tag-nordsee","tag-ostsee","tag-pfas","tag-sylt","tag-toxische-fluorverbindungen","tag-trinkwasserverordnung","tag-umweltverschmutzung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=278"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":279,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278\/revisions\/279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/trinkwasserinfo.eu\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}